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Verursacht ein Geschäftswagen höhere Steuern?

FABI kostet die Berufspendler zukünftig mehr Geld
Finanzierung und Ausbau der schweizerischen Bahninfrastruktur, kurz und griffig FABI genannt, ist ein Bahnbauprojekt für den Angebotsschritt 2025. Ziel dieses Ausbauabschnittes bis zum Jahr 2025 ist die Schaffung von infrastrukturellen Voraussetzungen durch einen ganz gezielten Schienenausbau. Von der Planung betroffen sind landesweit rund ein Dutzend Streckenabschnitte. Finanziert werden soll das Projekt aus Steuergeldern. Die Steuereinnahmen müssen ihrerseits an mehreren Stellen und deutlich erhöht werden. Auf der Suche nach Mehr- beziehungsweise nach Zusatzeinnahmen bei den Bundessteuern sind die Fachleute unter anderem bei Berufspendlern und Nutzern von Geschäftsfahrzeugen fündig geworden. Die haben bis zum Jahresende 2015 von einer bis dahin grosszügigen Abzugsregelung profitiert. Damit ist seit Januar 2016 endgültig Schluss. Erste Auswirkungen von FABI merken die Betroffenen in ihrer 2016er Einkommensteuererklärung. Das Ergebnis ist für viele von ihnen ernüchternd bis hin zu schockierend. Anstelle so wie bisher mit einer Steuererstattung rechnen zu können, müssen sich viele von ihnen auf Mehrausgaben, bis hin zur Steuernachzahlung einrichten. Mit einem Satz gesagt: Der Autofahrer finanziert mit seinem Geld den Schienenausbau in der Schweiz. 
Jährlich zulässiger Höchstabzug auf 3.000 Franken begrenzt
Dieses neue Limit betrifft Berufspendler, die täglich von ihrem Wohnsitz zur Arbeitsstätte hin- und zurückpendeln. Je gefahrenen Kilometer sind 70 Rappen steuerlich abzugsfähig. Das Kalenderjahr wird mit 220 Arbeits- beziehungsweise Werktagen angesetzt. Bei einer angenommenen Pendlerstrecke von 20 KM ergibt das 4.400 KM und einen steuerlichen Aufwand von 3.080 Franken. Dieses Rechenbeispiel lässt sich beliebig und ganz individuell zu jeder Seite hin verschieben. Feststeht, dass eine Pendlerstrecke von 20 KM die absolut untere Grenze ist. Das weiss auch die Bundesregierung, die durch diesen Kniff mit stattlichen Mehreinnahmen rechnen kann. Entweder reduziert sich unterm Strich die Steuererstattung an Steuerpflichtige, oder es werden Steuern nachgezahlt. Das eine sind Minderausgaben, das andere Mehreinnahmen.

Nutzer von Geschäftsfahrzeugen versteuern fiktiv höheres Einkommen 
Geradezu drastisch bis hin zu prekär ist die neue Situation für alle Benutzer von Geschäftsfahrzeugen. Hier gilt dieselbe Grenze von 3.000 Franken, jedoch als Freibetrag. Jede Summe, die den Freibetrag übersteigt, ist wie eine zu versteuernde Einnahme und erhöht das steuerpflichtige Gesamteinkommen. Eine Begründung dafür ist denkbar einfach. Die Fahrzeugkosten entstehen dem Arbeitgeber, während der Arbeitnehmer als Fahrzeugbenutzer selber keine Ausgaben, sondern den Vorteil an und mit dem Geschäftswagen hat. Der Bruttolohn des Mitarbeiters bleibt unverändert, wohingegen sich seine Einkommensklasse durch das Hinzurechnen des geldwerten Vorteils je nach Einzelfall deutlich erhöht. Das Firmenfahrzeug wird dem Mitarbeiter deswegen überlassen, weil er es aufgrund seiner Berufstätigkeit sowie der Entfernung zwischen Wohn- und Firmensitz dringend braucht. Ein Rechenbeispiel mit gerundeten Zahlen zeigt, wie sich FABI in der Praxis auswirkt. Die Entfernung für Hin- und Rückweg zwischen Heim und Büro beträgt 200 KM. Angesetzt werden die für Pendler geltenden Berechnungsgrundlagen mit 220 Arbeitstagen sowie mit 70 Rappen je KM. Die jährlichen Kosten für das Berufspendeln belaufen sich auf 30.800 Franken. Abzüglich des Freibetrages von 3.000 Franken verbleibt ein geldwerter Vorteil von 27.800 Franken. Um diesen Betrag erhöht sich das jährliche steuerpflichtige Einkommen des Mitarbeiters für sein tägliches Berufspendeln mit dem Geschäftsfahrzeug. Daraus ergibt sich eine völlig neue Einstufung bei der Bundessteuer. Die kann im Einzelfall das Zwei-, Drei- und Mehrfache der bisherigen Jahressteuer betragen. 
Mit FABI wird nach dem Willen der schweizerischen Regierung das Ziel verfolgt, möglichst viele Autofahrer und Berufspendler, wie es heißt, auf die Schiene zu bringen. Schön und gut! Doch das Projekt ist auf das Jahr 2025 ausgerichtet, also auf die Mitte des kommenden Jahrzehnts. Bis dahin vergehen noch knapp zehn Jahre, wenn FABI denn tatsächlich termingerecht fertiggestellt wird. In dieser Zeit erfolgt Jahr für Jahr eine Vorfinanzierung durch Berufspendler und Nutzer von Firmenwagen. Dass dann ab dem Jahr 2025 die bisherige Regelung für Berufspendler wieder eingeführt, in dem Sinne zurückgedreht wird, glaubt wirklich niemand.


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